Beamtenkredit
Der Beruf des Beamten genießt in Deutschland nach wie vor hohes Ansehen. Auch die Banken hofieren Beamte, denn deren Einkommen ist oft überdurchschnittlich hoch, des Weiteren wird das Gehalt monatlich zu einem festen Termin bezahlt. Terminverschiebungen sind bei Beamten eher selten. Daher ist diese Kundengruppe vor allem für die Vergabe von Krediten interessant, denn wurde der Beamtenstatus einmal erreicht, bestehen zudem deutlich erschwerte Bedingungen bei einer eventuellen Kündigung.
Da Kredite an Beamte für die Banken so interessant sind, bieten einige Institute spezielle Beamtenkredite an. Diese Kredite können von Beamten auf Lebenszeit, Lehrern sowie von Arbeitern und Angestellten im Öffentlichen Dienst genutzt werden. Letztere Berufsgruppe muss jedoch eine fünfjährige Festanstellung vorweisen können. Auch Berufssoldaten sowie Pensionäre bis zum 58. Lebensjahr können einen solchen Beamtenkredit nutzen. Der Beamtenkredit selbst stellt eine Kombination von tilgungsfreiem Darlehen und gleichzeitigem Abschluss einer Lebens- oder Rentenversicherung dar. Diese Versicherung dient als Sicherheit für den Kredit. Sofern der Kreditnehmer die Raten nicht mehr bezahlen kann oder aber während der Kreditlaufzeit verstirbt, tritt die Versicherung ein und übernimmt die Restschuld. Somit setzt sich die Kreditrate aus der Zinszahlung für den tilgungsfreien Kredit sowie der Prämie für die Versicherung zusammen.
Der Beamtenkredit hat für Kreditnehmer zahlreiche Vorteile. Einer dieser Vorteile ist natürlich der im Vergleich zu anderen Krediten günstige Zinssatz. Dieser liegt derzeit auf dem Niveau von Baufinanzierungen, die jedoch durch die Eintragung einer Grundschuld gesichert werden müssen. Außer der abzutretenden Versicherung müssen Kreditnehmer für den Beamtenkredit keinerlei Sicherheiten stellen. Lediglich das Einkommen wird durch eine stille Abtretung verpfändet. Sofern der Kreditnehmer seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommt, hat die Bank die Möglichkeit, das Einkommen zu pfänden. Der Arbeitgeber wird hierüber natürlich erst informiert, sofern ein Zahlungsverzug vorhanden ist. Die Höhe des Beamtenkredites richtet sich vor allem nach dem derzeitigen Nettoeinkommen des Kreditantragstellers.
Je nach Anbieter können so das 20-24fache des monatlichen Einkommens an Kredit vergeben werden. Die Laufzeit des Kredites beträgt mindestens zwölf Jahre, maximal kann der Kredit für einen Zeitraum von 24 Jahren vereinbart werden. Die Mindestlaufzeit wird in erster Linie aufgrund der steuerlichen Vorteile der Lebensversicherung festgelegt. Zum Ablauf der Darlehenslaufzeit wird der Kredit dann durch das angesparte Guthaben der Versicherung getilgt. Sofern Überschussanteile entstanden sind, werden diese natürlich an den Kreditnehmer ausgezahlt.
Die Nutzung des Beamtenkredites ist für den Kreditnehmer grundsätzlich frei. Einzige Bedingung bei Kreditvergabe ist die Ablösung anderer, bereits bestehender Kredite (Autokredit, bestehende Baufinanzierung). Dies kann für den Kreditnehmer aber vorteilhaft sein, denn die anderen Kredite werden meist zu deutlich höheren Zinsen vergeben. Daher kann die Ablösung anderer Kredite auch eine Reduzierung der monatlichen Belastung bedeute, so dass das verfügbare Nettoeinkommen erhöht wird.
